Wozu das Ganze

Am Donnerstag, den 10. März, fasste ich die Entscheidung, ein Japan-bezogenes Blog zu starten. Es störte mich, dass die sonst in irgendeiner Form Japan-bezogenen deutschsprachigen Blogs sich nahezu ausschließlich mit Aspekten japanischer Populärkultur (Anime, Manga, Mode etc.) auseinanderzusetzen schienen. Bis auf das Blog „kotoba“ des an der Japanologie und Koreanistik der Universität Bonn tätigen Professors Reinhard Zöllner und das persönliche Blog des Tübinger Japanologiestudenten Roger Braun scheinte es in der deutschen Blogosphäre keine weiteren japanologischen Blogs zu geben. Dem wollte ich abhelfen, also: selbst etwas schreiben.

Da ich mit einem in Eigenregie gehosteten Blog bereits mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wollte ich dieses Mal kein Risiko eingehen und registrierte mir ein zentrales Blog bei WordPress.com. Ich spielte mit den Möglichkeiten und Designs herum und fing an, mir einen Namen zu überlegen.

Die Ereignisse am Abend des Folgetages, das große Erdbeben und der Tsunami vom 11. März in Japan, die dadurch verursachten Schäden und die darauf folgende -auch heute immer noch nicht ausgestandene- Reaktorkatastrophe von Fukushima machten mir allerdings zunächst einmal einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. Ich versuchte, über das Internet mit meinen Freunden und Bekannten in Japan Kontakt aufzunehmen und mich von deren Wohlbefinden zu versichern. Mit stillschweigenden Entsetzen verfolgte ich die Situationsberichte im japanischen Fernsehen auf diversen Streaming-Webseiten, die nicht zu geringen Teilen reißerische und teilweise faktisch falsche Berichterstattung in den deutschen Medien und die Schilderungen direkt betroffener Personen auf Twitter. Kurzum: Bloggen stand auf der Liste meiner Prioritäten für eine Weile nicht sehr weit oben.

Das hat sich zum Glück mittlerweile wieder geändert.

In der Zwischenzeit hatte ich mir viele Gedanken über einen möglichen Namen für dieses Blog gemacht. Unter den Kandidaten befanden sich Titel wie der an das Werk „Auf schmalen Pfaden durchs Hinderland“ von Matsuo Basho angelehnte „Durchs digitale Hinterland“ oder „Zu Gast im Drachenpalast“, was auf die Legende mit dem Fischer und der Schildkröte anspielen sollte. Letzten Endes entschied ich mich dann allerdings in Anlehnung an das großartige, internetbasierte Technologiemagazin Ars Technica für den lateinischen Titel „Ars Nipponica„.

Ich möchte mir mit solch einem Titel nicht anmaßen, mit diesem bescheidenen kleinen Blog an die Größen von Ars Technica oder gar der ehernen Monumenta Nipponica auch nur heranzureichen. Der Titel soll allerdings einen gehobenen Anspruch an die eigenen Beiträge zum Ausdruck bringen.

Die Bedeutung von „Nipponica“ dürfte klar sein, das Wort „ars“ könnte im weitesten Sinne als „Handwerk“ oder „Kunst“ übersetzt werden. Würde man den Titel auf deutsch formulieren, so würde er dementsprechend wohl „Die japanischen Künste“ lauten. Für den Inhalt dieses Blogs ist „Künste“ als ein sehr weit gefasster Begriff zu verstehen, der neben den unstreitbar zahlreichen schönen Künsten, die die Kultur Japans hervorgebracht hat, unter anderem auch die gesellschaftlichen Künste, die Staatskunst und die Kriegskunst einschließt.

Kurzum: Ich möchte in diesem Blog über verschiedene Aspekte der japanischen Kultur, Politik und Geschichte aus vergangenen und heutigen Zeiten schreiben. Kommentare, Anmerkungen und, sofern nötig, Korrekturen, sind selbstverständlich sehr gerne gesehen.

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